Auswandern nach Norwegen

„Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ hat hier Verfassungsrang. Nach der Arbeit geht man auf den Berg, im Winter eben mit Stirnlampe. Der Kontoauszug tut regelmäßig weh – der Fjord vor der Tür heilt zuverlässig.

Norwegen in Zahlen

Visum und Aufenthalt

EWR-Freizügigkeit: wie EU – Registrierung bei der Polizei innerhalb von 3 Monaten.

Steuern

Bis 39,6 % – deutlich unter dem deutschen Wert. Die Sozialabgabe (Trygdeavgift, 7,7 %) kommt obendrauf; die OECD weist Norwegens Gesamtabzug bei 28,1 % aus gegen 38,7 % in Deutschland.

Gesundheitsversorgung

Steuerfinanziert, sehr gut, Selbstbeteiligung bis Jahresobergrenze.

Gesellschaft und Alltag

Offen und egalitär; vegane Optionen gut, außerhalb der Städte dünner.

Understatement ist Pflicht: Reichtum und Titel zeigt man nicht. Freundschaften brauchen Zeit – aber sonntags am Berg, beim Friluftsliv, kommen selbst stille Norweger ins Reden.

Sprache und Verständigung

Arbeiten in Norwegen

75

Gefragte Branchen

Regionen in Norwegen

Schritt für Schritt nach der Ankunft

Für Deutsche. Kein Visum – aber ohne Steuerkarte behält der Arbeitgeber die Hälfte des Lohns ein.

1. Bei der Polizei registrieren

Politiet / UDI

Online über das UDI-Portal registrieren, danach persönlicher Termin zur Ausweiskontrolle bei der Polizei.

Frist: Spätestens 3 Monate nach der Einreise

Kosten: gebührenfrei

Die Registrierungsbescheinigung belegt nur, dass die Polizei dich erfasst hat – sie ist ausdrücklich KEIN Nachweis deines Aufenthaltsrechts. Das musst du weiterhin mit Arbeitsvertrag oder Lohnzetteln belegen. Dafür gilt die Registrierung ein Leben lang; sie muss nie erneuert werden.

2. Steuerkarte und Identitätsnummer beim Skatteetaten

Skatteetaten – nur bestimmte Finanzämter führen die ID-Kontrolle durch

Termin buchen und persönlich erscheinen. Ohne die Kontrolle vor Ort gibt es weder Nummer noch Steuerkarte.

Frist: Vor der ersten Lohnzahlung

Kosten: gebührenfrei

Ohne Steuerkarte muss der Arbeitgeber 50 % vom Lohn einbehalten – unabhängig davon, wie hoch er ist. Das Geld kommt beim Steuerausgleich zurück, aber der erste Monat in einem der teuersten Länder Europas ist dann halbiert.

3. Ins Folkeregister eintragen – fødselsnummer statt D-Nummer

Skatteetaten

Bei einem Aufenthalt über sechs Monaten meldet man sich im Melderegister an und bekommt die elfstellige fødselsnummer.

Frist: Bei geplantem Aufenthalt über 6 Monate

Unter sechs Monaten gibt es nur eine D-Nummer. Der Unterschied ist kein formaler: Mit D-Nummer verweigern viele Banken das Konto und damit BankID, und ohne BankID bleibt der digitale Teil Norwegens verschlossen.

4. Hausarzt und Volksversicherung (fastlege, folketrygden)

Helfo

Mit dem Eintrag ins Folkeregister wirst du Mitglied der Volksversicherung und bekommst einen fastlege zugewiesen; wechseln kann man zweimal im Jahr.

Bis zur Mitgliedschaft deckt die Europäische Krankenversicherungskarte nur akute Fälle ab – planbare Behandlungen zahlst du in dieser Zeit selbst, zu norwegischen Preisen.

Stand 08/2026. Keine Rechtsberatung.

Umgangsformen in Norwegen

Was gut ankommt

Was man besser lässt

Kennenlernen und Familie

Kennenlernen oft beim Sport oder über Freunde, Apps funktionieren in den Städten. Partnerschaften sind betont gleichberechtigt; Ehe ist optional, Kinderwagen vor dem Café Standard.

Mit Kindern nach Norwegen

Regeln, die überraschen

Bewertungen im Vergleich

Kuratierte Richtwerte von 0 bis 100, je höher desto besser.

Freizeit

Dafür spricht

Dagegen spricht

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