Auswandern nach Österreich
Es fühlt sich an wie Deutschland mit besserer Aussicht – bis du merkst, dass hier nach 17 Uhr wirklich Schluss ist. Kaffeehaus statt Coffee to go, Berg statt Feierabendstau. Und der Wiener Grant? Keine Ablehnung, sondern eine Umarmung mit Anlauf.
Österreich in Zahlen
- Lebenshaltung (1 Person): 2.200 €/Monat
- Miete 1-Zi. Zentrum: 950 €/Monat
- Temperatur (Winter–Sommer): 0 bis 20 °C
- Spitzensteuersatz: 55 %
- Flugzeit ab Deutschland: ca. 1 Std.
- Zeitverschiebung: gleiche Zeit
- Deutsche Community: Sehr groß
Visum und Aufenthalt
EU-Freizügigkeit: Einreise mit Personalausweis, nur Wohnsitz-Anmeldung nötig.
- EU-Freizügigkeit (kein Visum)
- Anmeldebescheinigung nach 4 Monaten
Steuern
Progressiv bis 55 %, ähnlich Deutschland. 13./14. Gehalt begünstigt besteuert.
Gesundheitsversorgung
Sehr gutes öffentliches System (e-card), Beiträge über Sozialversicherung.
Gesellschaft und Alltag
Ehe für alle seit 2019; Wien sehr liberal (und sehr vegan-freundlich), ländliche Regionen konservativer.
Der Ton ist weicher als in Deutschland: Kritik kommt im Schmäh verpackt, und ein „passt schon" kann alles heißen. Titel zählen noch – vom Magister aufwärts – und beim Heurigen taut auch der reservierteste Wiener auf.
Sprache und Verständigung
- Amts- und Umgangssprachen: Deutsch
- Kommt man mit Englisch durch?: Im Alltag meist ja
- Deutschsprachige Community: Sehr groß
Arbeiten in Österreich
80
Gefragte Branchen
- Tourismus
- Industrie
- IT
- Gesundheit
Regionen in Österreich
- Wien (metropole, Kostenfaktor ×1.15) – Beste Jobs und Kultur, Mieten deutlich über Landesschnitt.
- Tirol & Salzburg (berge, Kostenfaktor ×1.05) – Alpenpanorama, Tourismus-Jobs, Wohnraum knapp.
- Steiermark & Kärnten (ländlich, Kostenfaktor ×0.82) – Günstiger, mildes Klima im Süden, Seen (Wörthersee).
Schritt für Schritt nach der Ankunft
Für Deutsche. Keine Sprachhürde, kein Visum – aber die kürzeste Meldefrist Europas.
1. Meldezettel – Hauptwohnsitz anmelden
Meldeservice der Gemeinde; in Wien das Magistratische Bezirksamt
Der Meldezettel muss vom Unterkunftgeber – also der Vermieterin – unterschrieben sein. Ohne diese Unterschrift nimmt das Amt das Formular nicht an.
Frist: binnen drei Tagen nach dem Einzug
- Personalausweis oder Reisepass
- Meldezettel mit Unterschrift des Unterkunftgebers
DREI TAGE, nicht drei Wochen – das ist die kürzeste Frist auf dieser Liste, und sie wird ernst genommen: Bei Versäumnis droht eine Geldstrafe bis 726 €. Als Erstes den Vermieter um die Unterschrift bitten, noch vor dem Möbelaufbau.
2. Anmeldebescheinigung für EU-Bürger
Bezirkshauptmannschaft; in Wien die MA 35
Bestätigt das Aufenthaltsrecht für Aufenthalte über drei Monate. Nachzuweisen ist, wovon du lebst: Arbeit, Selbstständigkeit, Studium oder ausreichende Mittel.
Frist: binnen vier Monaten ab der Einreise
- Meldezettel
- Reisepass oder Personalausweis
- Nachweis über Krankenversicherung
- Arbeitsvertrag, Studiennachweis oder Nachweis eigener Mittel
Nicht mit dem Meldezettel verwechseln. Der Meldezettel sagt, WO du wohnst; die Anmeldebescheinigung sagt, DASS du bleiben darfst. Beides ist nötig, und die Fristen laufen unterschiedlich.
3. Krankenversicherung und e-card
Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK)
Angestellte meldet der Arbeitgeber automatisch an; die e-card kommt danach per Post. Wer nicht erwerbstätig ist, braucht eine Selbstversicherung.
Die Selbstversicherung für Nichterwerbstätige ist deutlich teurer, als viele erwarten. Wer als Rentner oder Privatier kommt, rechnet das besser vorher durch.
4. Steuernummer beim Finanzamt
Österreichisches Finanzamt oder online über FinanzOnline
Nötig für Arbeitnehmerveranlagung und jede selbstständige Tätigkeit.
- Meldezettel
- Ausweisdokument
Stand 08/2026. Keine Rechtsberatung.
Umgangsformen in Österreich
Was gut ankommt
- Titel verwenden – „Frau Doktor" öffnet Türen
- Am Land „Grüß Gott" statt „Hallo"
- Beim Heurigen Zeit mitbringen und zuhören
Was man besser lässt
- Österreich als „kleines Deutschland" behandeln
- Kritik deutsch-direkt servieren
- Den Schmäh wörtlich nehmen
Kennenlernen und Familie
Kennenlernen läuft über Freundeskreise, Vereine und in Wien ganz normal über Apps. Familie hat Gewicht, ohne zu klammern – das Sonntagsessen ist vielerorts gesetzt.
Mit Kindern nach Österreich
- Schule: Sehr gutes öffentliches System auf Deutsch – der Wechsel aus Deutschland ist nahtlos.
- Internationale Schulen: Internationale Schulen in Wien (ca. 10.000–20.000 €/Jahr) – meist unnötig, da Deutsch Unterrichtssprache ist.
- Kinderbetreuung: Kindergarten ab 2,5 J., letztes Jahr verpflichtend und gratis; Wien fast beitragsfrei.
- Familienleistungen: Familienbeihilfe ca. 120–170 €/Kind/Monat plus Kinderabsetzbetrag – auch für EU-Bürger mit Wohnsitz.
Regeln, die überraschen
- Alkohol: Bier und Wein ab 16, Spirituosen ab 18 – gelebte Wirtshauskultur, ähnlich entspannt wie zu Hause.
- Cannabis: Illegal; kleine Eigenbedarfsmengen führen meist zur Gesundheitsbehörde statt vor den Richter.
Bewertungen im Vergleich
Kuratierte Richtwerte von 0 bis 100, je höher desto besser.
- Gesundheitssystem: 88 von 100
- Sicherheit: 90 von 100
- Offenheit ggü. Ausländern: 62 von 100
- Politische Stabilität: 84 von 100
- Pressefreiheit: 76 von 100
Freizeit
- ⛷️ Ski & Snowboard
- 🥾 Bergwandern
- 🏊 Badeseen
- 🚴 Radwege
- 🎭 Kultur & Konzerte
- 🍷 Heurigen-Abende
Dafür spricht
- Keine Sprachbarriere
- Sehr hohe Lebensqualität und Sicherheit
- Nah an Deutschland – einfacher Umzug
Dagegen spricht
- Hohe Steuern und Abgaben
- Wohnraum in Wien/Innsbruck teuer
- Kaum "Neuanfang-Gefühl" – sehr ähnlich zu Deutschland
Weiter zu Österreich
Andere Länder im Vergleich
- Auswandern in die Schweiz
- Auswandern nach Spanien
- Auswandern nach Portugal
- Auswandern in die Niederlande
- Auswandern nach Dänemark
- Auswandern nach Schweden
- Auswandern nach Norwegen
- Auswandern nach Irland
- Auswandern ins Vereinigte Königreich
- Auswandern nach Frankreich
- Auswandern nach Italien
- Auswandern nach Griechenland
Alle 53 Länder im Vergleich · Acht Fragen, deine drei Länder · Kulturkompass · Länder direkt vergleichen