Auswandern auf die Philippinen
Du wachst bei 30 Grad auf, der Ventilator läuft, drei Häuser weiter singt schon jemand Karaoke. Der Tag ist langsam, aber nie leer – irgendwo wird gegessen, gefeiert, geredet. Du gewöhnst dich daran, dass Pläne sich verschieben und niemand das schlimm findet. Und wenn der Taifun kommt, sitzt die ganze Straße zusammen im Dunkeln und wartet ihn ab.
Philippinen in Zahlen
- Lebenshaltung (1 Person): 1.200 €/Monat
- Miete 1-Zi. Zentrum: 470 €/Monat
- Temperatur (Winter–Sommer): 26 bis 30 °C
- Spitzensteuersatz: 35 %
- Flugzeit ab Deutschland: ca. 16 Std.
- Zeitverschiebung: +6 Std. (Winter +7 Std.)
- Deutsche Community: Klein
Visum und Aufenthalt
Kein Freizügigkeitsrecht: Ab 50 führt das SRRV-Rentnervisum mit 15.000 USD Einlage und 800 USD Monatsrente am schnellsten zum Daueraufenthalt.
- SRRV Classic ab 50: 15.000 USD Einlage mit Pension
- SRRV 40–49: 25.000 bzw. 50.000 USD Einlage
- 13(a): Daueraufenthalt über philippinische Ehe
- 9(g): Arbeitsvisum, nur mit Arbeitgeber
- Nomadenvisum beschlossen (EO 86), Umsetzung offen
Steuern
Spitzensatz 35 Prozent ab 8 Mio. PHP im Jahr. Ausländer zahlen nur auf philippinische Einkünfte, ausländische Renten bleiben hier steuerfrei - Deutschland kann sie trotzdem besteuern.
Gesundheitsversorgung
Private Kliniken in Manila und Cebu sind gut, außerhalb der Großstädte fehlen Rettungsdienst und Fachärzte fast vollständig.
Gesellschaft und Alltag
Katholisch geprägt, familienzentriert und ausgesprochen gastfreundlich; Englisch ist Amtssprache, deshalb fällt der Alltag Deutschen leicht. Pressefreiheit: RSF 2026 Platz 114 von 180 mit 46,79 Punkten — Journalisten leben hier gefährlich.
Auf den Philippinen wird selten direkt Nein gesagt – ein „vielleicht später" heißt meist Absage, und wer das nicht hört, wartet ewig. Dafür sprechen fast alle Englisch: Behördengang, Arzt und Mietvertrag laufen ohne Sprachkurs.
Sprache und Verständigung
- Amts- und Umgangssprachen: Filipino, Englisch
- Kommt man mit Englisch durch?: Im Alltag meist ja
- Deutschsprachige Community: Klein
Arbeiten in Philippinen
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Gefragte Branchen
- BPO und Callcenter
- IT und Software-Outsourcing
- Tourismus und Gastronomie
- Schifffahrt und Seefahrt
- Englischunterricht
- Eigenes Kleingewerbe
Regionen in Philippinen
- Metro Manila und Umland (metropole, Kostenfaktor ×1.3) – Alles da und überall Englisch, dafür Dauerstau, Smog und die höchsten Mieten.
- Cordillera und Nord-Luzon (berge, Kostenfaktor ×0.8) – Kühle Luft statt Tropenhitze, dafür Nebel, Erdrutsche und weite Wege zur Klinik.
- Visayas mit Cebu und Bohol (insel, Kostenfaktor ×0.95) – Strände und gute Flüge, doch die Taifunsaison trifft diese Inseln am härtesten.
- Mindanao und der Süden (ländlich, Kostenfaktor ×0.75) – Günstigstes Leben und fruchtbares Land, im Westen aber echte Sicherheitsrisiken.
Umgangsformen in Philippinen
Was gut ankommt
- Ältere mit „po" und „opo" ansprechen
- Absagen indirekt und freundlich formulieren
- Einladungen zur Fiesta annehmen
Was man besser lässt
- Niemanden vor anderen bloßstellen
- Nicht auf die Minute pünktlich erwarten
- Über Religion und Familie keine Witze machen
Kennenlernen und Familie
Die Wärme ist echt: Fremde helfen beim Umsteigen, Nachbarn bringen Essen vorbei, dein Kind wird überall durchgefüttert. Dazu 7.000 Inseln, warmes Meer das ganze Jahr und Preise, bei denen eine deutsche Rente weit reicht.
Mit Kindern nach Philippinen
- Schule: Das K-12-System unterrichtet ab Klasse 4 auf Englisch, davor zweisprachig mit der Regionalsprache; staatliche Schulen sind sehr günstig, aber oft mit 40 Kindern pro Klasse überfüllt.
- Internationale Schulen: Die German European School Manila führt zu Abitur und IB und kostet je nach Klassenstufe rund 9.000 bis 17.000 Euro im Jahr, dazu eine einmalige Aufnahmegebühr von etwa 1.800 Euro.
- Kinderbetreuung: Private Preschools gibt es in jeder Stadt ab etwa 60 Euro im Monat, staatliche Betreuung unter drei Jahren fehlt fast ganz – meist hilft die Großfamilie oder eine bezahlte Yaya.
- Familienleistungen: Deutsches Kindergeld entfällt beim Wegzug auf die Philippinen, und philippinische Familienleistungen laufen praktisch nur über die Sozialkasse SSS für Beschäftigte.
Regeln, die überraschen
- Drogen: Auf Drogenbesitz stehen lebenslange Haft und hohe Geldstrafen. Auch kleine Mengen sind keine Bagatelle, und Polizeieinsätze gegen Drogen verlaufen seit Jahren immer wieder tödlich.
- Reisewarnung für Mindanao: Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in weite Teile Mindanaos und der Sulusee, weil Abu Sayyaf dort entführt und tötet. Ausgenommen sind Davao City sowie Camiguin, Dinagat und Siargao.
- Jährliche Ausländermeldung: Wer mit ACR-I-Card registriert ist, muss sich jedes Jahr zu Jahresbeginn persönlich bei der Einwanderungsbehörde melden (Annual Report). Fristen und Gebühr stehen auf immigration.gov.ph.
- Taifune und Naturgefahren: Von Juni bis Dezember ist Taifunsaison: Stromausfälle, gestrichene Flüge und Überschwemmungen gehören dazu. Wer auf einer Insel lebt, braucht Vorräte und eine Ausweichunterkunft.
- Steuern auf Auslandseinkommen: Ausländer versteuern hier im Kern nur philippinische Einkünfte; der Tarif beginnt bei 15 Prozent oberhalb 250.000 Pesos im Jahr. Zur deutschen Rente vorher steuerlich beraten lassen.
Bewertungen im Vergleich
Kuratierte Richtwerte von 0 bis 100, je höher desto besser.
- Gesundheitssystem: 55 von 100
- Sicherheit: 58 von 100
- Offenheit ggü. Ausländern: 78 von 100
- Politische Stabilität: 52 von 100
- Pressefreiheit: 50 von 100
Freizeit
- 🤿 Tauchen vor Palawan
- 🎤 Karaoke bis in die Nacht
- 🏝️ Inselhopping per Bangka
- 🍢 Streetfood auf dem Palengke
- 🌋 Wandern am Vulkan Taal
- 🏄 Surfen in Siargao
Dafür spricht
- Englisch ist Amtssprache: Behörden, Ärzte und Nachbarn versteht man ohne Kurs.
- Das SRRV gibt ab 50 gegen eine Einlage einen unbefristeten Aufenthalt.
- Ausländische Renten werden auf den Philippinen nicht besteuert.
Dagegen spricht
- Rund 20 Taifune im Jahr, dazu Erdbeben und 24 aktive Vulkane.
- Kein Direktflug ab Deutschland – mit Umstieg rund 16 Stunden bis Manila.
- Außerhalb der Großstädte fehlt der Rettungsdienst fast völlig.
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